Mit Multi-Kulti gegen den Fachkräftemangel

thorben-maack-gustav-schatz-hofGenug Pflegekräfte sind immer da, fünf bis zehn Initiativbewerbungen gehen pro Halbjahr ein, Stellenanzeigen müssen  nur für Positionen mit besonderer Qualifikation geschaltet werden  – viele Sozial- und Pflegeeinrichtungen können von solchen Zuständen nur träumen. Für den Gustav-Schatz-Hof in Kiel, der unter anderem ambulante Pflege, eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke, eine Tagespflege  und einen Mietertreff anbietet, ist es Realität. Pflegedienstleiter Thorben Maack im Interview:

Herr Maack, wie kann das sein, dass Ihre Einrichtung in Zeiten des Fachkräftemangels personalmäßig so gut dasteht?

„Mit Multi-Kulti gegen den Fachkräftemangel“ weiterlesen

Recruiting to go für Sozial- und Pflegeeinrichtungen

cover-recruiting-to-go-neuErscheinungstermin vorverlegt: Das Buch erscheint nun schon im März statt im Mai 2017!

Das Buch bei Amazon bestellen

Klappentext: Schneller Aufbau eines erfolgreichen Recruiting-Prozesses

Bewerberbedürfnisse verstehen, niederschwellige Bewerbungsmöglichkeiten bieten, Onepager,Microsites oder Karriereblogs aufbauen, Stellenanzeigen aufpolieren, versteckte Bewerber finden, mögliche Kandidaten in sozialen Netzwerken direkt ansprechen, Big Data nutzen – die Anforderungen an Personalbeschaffer werden immer umfangreicher, um in Zeiten des Fachkräftemangels Mitarbeiter zu gewinnen.

Dieser kompakte Praxisratgeber ist der ideale Begleiter für gestresste Personaler:

  • Kurzweiliges Nachlesen ohne von zu viel Theorie erschlagen zu werden
  • Beispiele, Musterformulierungen, Abbildungen und Interviews mit Praktikern zeigen, wie es geht
  • Konkrete Tipps zum Soforteinsatz bringen unmittelbare Erfolgserlebnisse
  • Mit weiterführenden Infos unter: WALHALLA.de/recruiting

Darf ich vorstellen: Neue Recruiting-Tools Teil 2

Mobilejob +++ Viasto +++ Careerdate +++ Matchingbox +++ Campusjäger +++ Talentsconnect

Spannende Recruiting-Tools schießen wie die Pilze aus dem Boden. Ob sie gut sind und sich langfristig etablieren werden, wird sich erst noch herausstellen, aber Personalern aus dem Bereich Pflege & Soziales sei geraten, das nicht erst abzuwarten, bevor sie sich herantrauen. Scheitern gibt es im Recruiting nicht! Wenn Sie ein Tool ausprobieren und es doch nicht so viele Bewerber bringt wie erhofft, haben Sie entweder seine Möglichkeiten noch nicht ausgereizt – oder trotzdem wertvolle Erfahrungen gewonnen. „Darf ich vorstellen: Neue Recruiting-Tools Teil 2“ weiterlesen

Recruiting und mehr: Neue digitale Werkzeuge für die Personalabteilung Teil 1

Sie haben phantasievolle Namen wie siiwii, truffls oder beekeeper und alle dasselbe Anliegen: Dem Personaler seine Arbeit leichter zu machen. Hier stelle ich euch einige neue digitale Werkzeuge für Personalabteilungen (auch im Sozial- und Gesundheitswesen!)  zunächst kurz vor. Die vielversprechendsten teste ich gerade zusammen mit zehn Trägern der Diakonie. Unsere Erfahrungsberichte werdet ihr dann hier im Blog finden. Teil 2 mit noch mehr neuen Recruiting-Tools auch.

Pflegekräfte finden mit siiwii.com: Neue Lebenslaufdatenbank für das Gesundheitswesen

Noch in 2016 soll siiwii.com online gehen, eine Plattform, auf der Arbeitgeber aus dem Gesundheitswesen (später sollen auch andere Branchen dazukommen) potentielle Mitarbeiter finden und ansprechen können – von der Pflegefachkraft bis zum Oberarzt. Man findet zwar inzwischen auch Pflegekräfte auf XING und kann dort Kontakt zu ihnen aufnehmen, aber das scheint den Machern von siiwii schon zu altmodisch zu sein. Ihre Idee basiert auf zwei einfachen Grundannahmen: In Zeiten des Fachkräftemangels bewirbt sich nicht mehr der Bewerber beim Unternehmen, sondern das Unternehmen beim Bewerber. Bewerber haben keine Lust mehr, x Bewerbungen zu schreiben. Der Job soll ihnen bitteschön in den Schoß fallen. Soweit richtig, die Annahmen sind vielfach belegt. Jetzt bleibt nur die Frage, ob die Fachkräfte es wirklich praktisch finden, ihre Bewerbungsunterlagen auf siiwii.com einzustellen und sich dort finden zu lassen. Bei XING klappt das mit Pflegekräften ja wiederum auch nicht sooo gut (im Vergleich zu anderen Branchen), und unserer Erfahrung nach ist das Registrieren bei einer zusätzlichen Plattform für viele Bewerber durchaus eine Hürde. Wir werden sehen! Auf der siiwii.com Website könnt ihr einen Newsletter abonnieren, in dem ihr erfahren werdet, wann siiwii online geht.

Tinder für Bewerber: Truffls matcht Bewerber und Arbeitgeber nach dem Vorbild einer Onlinepartnerbörse

Wer die Dating-App Tinder kennt, wird das Prinzip der Jobmatching-/Mobile Recruiting-App Truffls sofort verstehen: Auf dem Smartphone-Display wird dem Bewerber eine knackig aufbereitete Stellenanzeige nach der anderen angezeigt, und mit einem Wisch nach links (uninteressant) oder rechts (bewerben) bekundet er sein Interesse oder eben nicht. Bei allen Anzeigen, die er nach rechts wischt, wird dem Unternehmen automatisch der hinterlegte Lebenslauf des Bewerbers (importiert aus dem XING-Profil) zugesandt. Ohne Anschreiben. Dann muss das Unternehmen sich bloß noch schnell zurückmelden. Kosten für Unternehmen: ab 99 Euro für eine Stellenanzeige mit 3 Wochen Laufzeit ohne Zusatzfunktionen. Was wir von Truffls lernen können: Ganz besonders in diesem Kanal, aber auch bei Stellenanzeigen in anderen Kanälen entscheidet der Bewerber innerhalb von Sekunden, ob ein Arbeitgeber für ihn interessant ist oder nicht. Auffallen auf den ersten Blick ist die Devise – da gibt es in vielen Stellenanzeigen noch Nachbesserungsbedarf.

Ich kenn‘ da eine Pflegefachkraft: Talentry und Firstbird professionalisieren die „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“-Methode

Die Mitarbeiterempfehlungsprogramme Talentry und Firstbird habe ich in einem eigenen Beitrag bereits vorgestellt. Talentry erschien mir so viel versprechend, dass ich das Tool gerade mit fünf Trägern der Diakonie teste, darunter der St. Elisabeth-Verein (1.500 Mitarbeitende incl. Tochtergesellschaften), das Ev. Johannesstift (3.400 Mitarbeitende im Unternehmensverbund), die Diakonie Kork (1.300 Mitarbeitende), die Diakonie Leipzig (1.000 Mitarbeitende in 50 Einrichtungen) und Bethel.regional (4.500 Mitarbeitende). Noch im Juli steigt der Einführungs-Workshop, dann werden die Träger sechs Monate lang bis Anfang nächsten Jahres Personalgewinnung mit Talentry betreiben. Mehr über die Herausforderungen und Best Practice-Tipps erfahrt ihr dann in unserem Erfahrungsbericht.

Zeitgemäße Nachwuchsgewinnung: JobUFO bedient die Bedürfnisse der Gen Y und Z-Bewerber

Zielgruppe bei JobUFO sind junge Berufseinsteiger zwischen 18 und 24 Jahren. Sie wollen nicht viel Zeit mit Bewerbungen verschwenden, sondern in Lichtgeschwindigkeit einen Job – und zwar am besten per Smartphone. Auf JobUFO richten die jungen Leute ganz niedrigschwellig und spielerisch ein Bewerberprofil ein. Am meisten Spaß macht sicher das 30sekündige Bewerbungsvideo, das sie mit der Handykamera dazu aufnehmen können. Aber auch der Personaler hat seinen Spaß: Statt grammatikalisch fragwürdige Motivationsanschreiben und laienhaft zusammengestrickte Lebensläufe der Anfänger durchgehen zu müssen, trifft er auf übersichtliche, gut vergleichbare Profile. Da mutet selbst die Lebenslaufdarstellung bei XING schon irgendwie kompliziert an.

Mehr als Recruiting: Neue digitale Werkzeuge für Gesundheitsmanagement, interne Kommunikation & Co.

Bye-bye Schwarzes Brett: Beekeeper als Plattform für interne Kommunikation

Den Schritt vom Schwarzen Brett zum Intranet sind viele Unternehmen auch im Sozial- und Gesundheitswesen schon gegangen: Mitarbeiter erfahren online, was neu ist – von der Vorstandsinfo bis zur Kleinanzeige im Team-Flohmarkt. Leider sind viele Intranet-Lösungen eher pragmatisch designt und programmiert und machen nicht so richtig Spaß – weshalb die Beteiligung zu wünschen übrig lässt. Mit Beekeeper ändert sich das. Die Plattform für interne Kommunikation, bzw. man könnte auch sagen: das firmeninterne soziale Netzwerk, erinnert stark an Facebook. Es eignet sich besonders für größere Unternehmen/Träger/Verbände mit vielen weit verstreuten Standorten/Einrichtungen, die die interne Kommunikation verbessern möchten. Beekeeper gibt es als App und Desktop Version. Die Mitarbeiter werden ermutigt, sich dort anzumelden, zu posten und zu kommunizieren. Sie dürfen dazu ihre Handys auf der Arbeit benutzen (wenn sie gerade nicht im Kundenkontakt sind). Auf diese Weise ersetzt und ergänzt Beekeeper das Intranet, aber auch Mail- und Telefonverkehr durch die Chat- und Messagingfunktion, die mit WhatsApp vergleichbar ist. Mitarbeiter posten Selfies und Erfolge, Chefetagen und Abteilungen teilen ihre Neuigkeiten an die Mitarbeiterschaft, in der Cafeteria läuft der Beekeeper-Livestream auf einem Flatscreen. Mitarbeiter im Urlaub oder Mutterschutz bekommen mit, was im Unternehmen los ist. Neue Mitarbeiter finden schneller Anschluss. Teambuilding funktioniert per Beekeeper durch Mitarbeiteraktionen oder Gewinnspiele wie zum Beispiel der Osterdekorationswettbewerb für die verschiedenen Standorte einer Hotelkette.

Big Data im HR: HR Forecast zählt mehr als Bewerbungseingänge, um die Mitarbeiterschaft zukunftsfähig zu machen

Statistische Auswertungen im großen Umfang helfen nicht nur Amazon, seine Kunden besser zu verstehen und noch mehr Zeug zu verkaufen. Auch in der Personalabteilung ist es sinnvoll, (externe) Statistiken zu nutzen, die darüber hinausgehen, dass bloß gezählt wird, wie viele Bewerbungen pro Monat eingehen oder wie viele Klicks das Karriereportal im Jahr bekommt. HR Forecast ist so genannter datenbasierter Personalmanagementansatz. Also ein Tool, das Big Data nutzt, um wichtige Entscheidungen im Unternehmen nicht mehr nach Bauchgefühl, sondern auf Basis von Fakten zu treffen. Im HR-Bereich können Fragen beantwortet werden wie: Wie viele Mitarbeiter werde ich in 10 Jahren brauchen, alle wirtschaftlichen Faktoren, Unternehmensziele etc. eingerechnet? Wie kann ich meine Mitarbeiterschaft so organisieren, dass sie sich flexibel an die Entwicklungen der Zukunft anpasst? Wie können wir das Wissen unserer Fachkräfte sichern und an neue Fachkräfte weitergeben? Was kostet uns die umfangreiche Umstellung auf digitale Arbeitsstrukturen? Sind die nötigen Kompetenzen am Arbeitsmarkt verfügbar?

Yoga für Herrn Meier, Selbstverteidigung für Frau Müller: Individuelles Gesundheitsmanagement für Mitarbeiter mit machfit.de

„Gesundheitstag für Mitarbeiter“ hört sich toll an, doch wenn er dann darin besteht, dass jemand referiert, warum Stürze vom Bürostuhl oder über PC-Kabel das größte Risiko im Arbeitsalltag darstellen (So erlebt!), verflüchtigt sich die Begeisterung unter den Kollegen schnell. Machfit.de ist eine Plattform, mit der Unternehmen ihr Gesundheitsmanagement auslagern, digitalisieren und professionalisieren können. Gesundheitsangebote wie Sportkurse, Burnout-Prophylaxe, Yoga, Raucherentwöhnung, etc. werden von verschiedensten Anbietern eingestellt und können nach Wohnort oder Unternehmensstandort durchsucht werden. Teilnehmende Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern an, Kurse bei machfit zu belegen und die Kosten bis zu einer vereinbarten Summe zu übernehmen (maximal 500 Euro pro Jahr und Mitarbeiter können lohnsteuerfrei in Mitarbeitergesundheit investiert werden). So kann jeder sich das raussuchen, was ihm gefällt, im Unternehmen muss sich niemand mehr darum kümmern, eine Masseurin zu buchen, und trotzdem kann in Stellenanzeigen und auf der Karrierewebsite das moderne und vielfältige Gesundheitsmanagement beworben werden.

Die eierlegende Wollmilchsau unter den HR-Tools: HR Management mit personio.de

Von der digitalen Personalakte über die Arbeitszeiterfassung, Gehaltsauszahlung, Dokumentation von Mitarbeiterentwicklungsgesprächen bis hin zur Mitarbeiterstatistik versammelt personio.de alle Funktionen eines klassischen HR Management-Tools unter einem Dach. Im Bereich Recruiting bietet die Software Funktionen wie Bewerbermanagement und -kommunikation, das automatische Verbreiten der Stellenanzeigen auf 100 verschiedenen Stellenbörsen, eine Karrierewebsite oder eine statistische Auswertung zu den Kanälen, über die Bewerber auf das Unternehmen aufmerksam geworden sind.

Tandems auf Führungsebene: Jobsharing mit tandemploy.com

Unternehmen, die auf tandemploy.com eine Stellenanzeige einstellen, beweisen, dass sie wirklich in der Zukunft angekommen sind. Denn damit ist klar, dass sie es mit der oft versprochenen Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. Work-Life-Balance ernst meinen – sie bieten Jobsharing unter anderem auch in Führungspositionen an und erwarten Doppelbewerbungen auf ihre Stellenanzeige. Zwei Teilzeitmitarbeiter besetzen dann zusammen eine (Chef-)Position, meist nicht mit zweimal 50%, sondern zweimal 70% Arbeitszeit. Bewerber finden bei Tandemploy den passenden Tandempartner.

So viel für heute. Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren der neuen Tools und freue mich über Erfahrungsberichte per Kommentar! Teil 2 meiner Vorstellung neuer digitaler HR-Tools folgt in Kürze.

Zeitgemäße Stellenanzeigen gestalten und formulieren

Stellenanzeigen haben sich in jüngerer Zeit rasant weiterentwickelt. Viele Unternehmen binden in den Onlinestellenbörsen bereits Videos oder Audios in ihre Stellenanzeigen ein, wählen emotionale Formulierungen und sprechen den Bewerber direkt und herzlich oder humorvoll an. Erste Stellenanzeigen werden in Anlehnung an die gewohnte Smartphone-Oberfläche im Kachel-Format gestaltet (http://bit.ly/25Ju9EH), sodass Bewerber spielerisch per Klick auf bestimmte Buttons mehr über ihre Aufgaben, das Unternehmen oder Mitarbeitermeinungen erfahren können. Mutige Stellenanzeigen (http://bit.ly/25Ju7wq) erhalten viel Aufmerksamkeit in den Social Media, Sonderformate wie Youtube-Stellenanzeigen (http://bit.ly/1RW6QxL) oder Stellenanzeigen bei 66seconds.com werden ausprobiert. Dem gegenüber stehen die altmodischen Stellenanzeigen aus dem Bereich Pflege und Soziales, die sich laut Experten seit 50(!) Jahren kaum verändert haben. Dabei gibt es auch ohne digitale Gimmicks einige Stellschrauben, um die eigene Stellenanzeige auf den neuesten Stand zu bringen. Hier haben wir ein paar Tipps zur Gestaltung einer zeitgemäßen Stellenanzeige für Sie zusammengestellt: http://bit.ly/28hyfWS